Abhörwahnsinn: Apple enthüllt eigene Schnüffelfunktionen im iOS
• 24.07.14 Das Apple mit seinem iOS durchaus der Kontrolle durch die
amerikanische NSA unterliegt, dieses hatten Kritiker schon lange vermutet. Sogar heimliche
Funktionen zum Abrufen von Benutzerdaten, Kontakten etc. waren im iOS vermutet
worden. Diese Sicherheitsdiskussion hat zum Beispiel der Kritiker, der
Sicherheitsforscher Jonathan Zdziarski, mit einem Vortrag auf der Hacker-Konferenz HOPE losgetreten.
In der Regel gibt es dabei auch immer Dementis des betroffenden Konzerns.
Allerdings gab es gleich nach der Kritik schon mal eine Beschwichtigung vom
Apple Konzern,
dass es gar nicht so schlimm sei und diese Funktionen nur interne Zwecke
hätten. Apple behauptet, dass Datenabfragen nur mit Zustimmung des Nutzers
erfolgen können. Ob diese Zustimmung technischer Natur sein muß, geht aus der
Antwort nicht hervor. Das heißt möglicherweise, ohne einer technischen
Zustimmung durch den Nutzer geht es auch.
Um es mal zu wiederholen, kein Abstreiten von Apple, sondern Zugeständnisse von
mit dem größten Software-Konzern in der Welt, dass geheime Funktionen im iOS eingebaut sind, Funktion zum Belauschen der Nutzer.
Diese Funktionen sind nicht dokumentiert. Dass heißt, nur Leute mit Einsicht
in den Quelltext, ein Teil der iOS Entwickler und natürlich auch Hacker haben Zugriff
auf diese iOS Funktionen. Der normale Programmierer konnte bislang aufgrund
der "Nichtexistenz" dieser Funktionen, keine Spionage-Software entwickeln, um
Apple Nutzer auszuspionieren, bis jetzt!.
Apple ist nun heute noch einen Schritt weiter gegangen, und hat quasi die
"Hosen runtergelassen". Die drei Funktion sind nun von Apple anhand ihres
Funktionsnamens und ihrer Funktionen beschrieben worden.
• com.apple.mobile.pcapd: Diese Funktion erlaubt das Belauschen des
Netzwerkverkehrs. Also kann man sehen, welche Internet-Seiten der Nutzer
aufruft, welche Daten der Nutzer eingibt, und bei einer unverschlüsselten
Internet-Seite, was die Regel ist, erfährt man Benutzernamen und Passwort.
• com.apple.mobile.file_relay: Diese Funktion erlaubt das Kopieren von
"Diagnosedaten". Was Diagnosedaten dabei sind, beschreibt Apple nicht
genauer. Apple-Entwickler sollen diesen Dienst nutzen, um
Nutzerkonfigurationen zu bestimmen. Mit Einwilligung des Nutzers kann der
Apple-Support dieses Werkzeug dazu verwenden, um Diagnosedaten vom Gerät
auszulesen, erklärt Apple. Der Kritiker Zdziarski kritisiert, dass hiermit
wohl "alle persönlichen Daten" ausgelesen werden können. Darunter fallen
Fotos, Kalendereinträge, Textnachrichten, das Adressbuch, Cache-Verzeichnisse,
GPS-Logdateien. Ferner ein Metadaten-File mit allen Dateien und E-Mail-Anhängen.
• com.apple.mobile.house_arrest: Diese Funktion wird eingesetzt, um
Dokumente und Dateien mit iOS-Geräten auszutauschen.
Damit sind dann aber wohl auch Zugriffe auf Bibliotheken, Caches, Cookies und
diverse Verbindungseinstellungen möglich. Zum Beispiel können
Twitter-Direktnachrichten mittels OAuth-Tokens ausgelesen werden.
Wir empfehlen unseren Lesern daher, bis auf weiteres keine Apps mehr zu installieren,
da nun jede App mit den neuen Funktionen zum belauschen der Nutzer
ausgestattet sein kann. Auch Updates sollten mit Vorsicht installiert werden.
Ob Apple nun eine neue iOS Version den Nutzer zur Verfügung stellen wird,
darüber darf spekuliert werden. Aber auf jeden Fall darf der Verbraucher beim
nächsten Smartphone Kauf über seinen Datenschutz abstimmen.
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